Fr 6 Mrz 2009
Armut in Deutschland
Posted by NargilemPoker under Allgemein, Tagebuch aus Berlin
No Comments
In einem kleinen Forum, in welchem ich selbst auch aktiv bin gibt es aktuell eine kleine Debatte zum Thema Armut in Deutschland.
Das hat mich dazu veranlasst über das Thema ein wenig nach zudenken und einen kleinen Leitsatz für mich zu ergründen.
Armut…
Armut wird im Allgemeinen als der Mangel an Lebenswichtigen Grundlagen für den Menschen bezeichnet. Im Grunde dieser Deffinition würde also Armut genau dann einsetzen wenn eines der Grundvorraussetzungen für Menschenwürdiges Leben fehlen würde. Diese sind nach aktuellen Stand : Obdach, Essen und Bekleidung.
Auch das Thema Armut gliedert sich im übrigen in zwei weiteren Punkten. Zu einem gibt es die sogenannte absolute Armut und zum anderen gibt es die relative bzw. systembedingte Armut.
Die Absolute Armut bezieht sich auf einen Grundformel, welche besagt, dass der jenige als absolut arm anzusehen ist , wenn weniger als 1 Euro pro Tag zur Verfügung stehen.
Die relative bzw. systembedingte Armut ist vollkommen anders definiert. Hierbei bezieht man sich bei der Feststellung der Armut auf das Durchschnittseinkommen aller Einkommen eines Landes.
Beispiel :
Person X in einem Dritte Welt Land hat jeden Tag nur 0,30 Euro zur Verfügung. Damit ist diese Person nach allgemeiner Definition absolut arm. Im Gegensatz dazu ist diese Person aber nicht der relativen Armut unterlegen weil vielleicht das Durchschnittseinkommen eben auch nur bei 0,35 Euro liegt. Und das macht den Punkt aus…
Würde ich gleiches auf Deutschland ummünzen dann würde ein durschnittlicher Harz4 Empfänger mit 351 € (PLUS allen Zuschüssen wie Wohnung, Kinder, Heizung, GEZ Befreiung etc.) nicht als absolut arm gelten (er hat ja mehr als 1 Euro pro Tag zur Verfügung). Es kann aber sein das eben diese gleiche Person relativ arm sein kann, nämlich genau dann wenn sein Hartz 4 Satz PLUS aller Zuschüsse so stark unter dem Durchschnittlichen Einkommen aller dt. Einkommen liegen würde.
Und da kommt nun meine persönliche Meinung ins Spiel.
Ich bin der Ansicht das man in Deutschland weder von der absoluten noch von einer hohen relativen Armut sprechen kann. Bei der absoluten Armut wird man mir sicher zustimmen können, aber bei der relativen Armut erwarte ich schon allein aus dem Verständnis herraus Widerspruch. Aber genau das ist der Punkt. Armut ist auch immer wieder eine subjektive Einschätzung.
Im Klartext kann das bedeuten das jemand der nicht regelmäßig ins Kino gehen kann sich schon als arm bezeichnen kann oder im Gegenzug sich jemand als Arm bezeichnet wenn man sich nicht mindestens einmal in der Woche mit Fleisch versorgen kann, weil die Lebensmittelpreise einfach zu hoch sind. Und ehrlich gesagt hätte ich für Person Zwei natürlich mehr Verständnis.
Und genau da setze ich meine Meinung an. Armut bedeutet für mich nicht mehr den menschenmöglichen und damit Menschenwürdigen Zustand halten zu können. Dieser Menschenwürdige Zustand ist für mich eben dieser welcher Besagt das ich Essen, Obdach und Kleidung besitze. Damit fällt für mich aus der relativen Armut (auch persönlich für mich gesprochen) die Gruppe der Eltern welche laut schreien das sie für ihre Kinder bzw. für sich selbst nicht die besten Sachen leisten können (das wäre die erste Gruppe).
Der Anspruch der besten und schönsten Sachen rührt nämlich daher das man in der Gesellschaft sich zur Schau stellen möchte und sich über diese Sachen nach Außen definiert. Wer hier schreien kann ist für mich egoistisch und kann kein Verständnis erwarten. Natürlich… Grundprinzip ist und bleibt : Kleidung muss anziehend bleiben. Aber an mir selbst sehe ich… auch "Nicht-Marken-Kleidung" kann und wird anziehend bleiben.
Weiter für mich aus dem Personenkreis der relativen Armen ausgeschiedenen Menschen gehören für mich solche Personen welche Lauthals schreien das nicht genug Essen auf dem Tisch ist aber jeden zweiten Tag zu Mc Donalds gehen um sich hier den Bauch mit einem "MäcMenü" für 6€ pro Person vollzustopfen. Wenn ich dies für einen 3 Personen Haushalt betrachte dann wären das 18 € pro Person. Und dafür kann man weiß Gott was für Essen für Zu Hause zu bereiten.
So kann man das in Deutschland für wirklich sehr viele Beispiele nehmen und auch anwenden.
Armut fängt für mich also im Kopf an. Wenn sich der Mensch erst einmal eingeredet hat das er arm ist dann wird er auch schnell diesen Zustand anprangern obwohl eben ein einfaches in sich gehen und nach denken sicher ein anderes Bild bringen würde. Wer auf relativ hohen Niveau schimpfen kann dem geht es noch relativ gut. Armut beweist sich nicht durch die kleinen Nachteile innerhalb des Standpunktes in der Gesellschaft sondern wirklich nur dann wenn die Würde des Menschenrechts angetastet wird. Und dies trifft meiner Meinung nach nur auf den minimalen Prozentteil zu welcher tatsächlich Händeringend um Hilfe schreit weil trotz aller Bemühungen von sich selbst aus nicht mehr zu helfen ist.
Diesen Menschen begegnen wir tagtäglich in U-Bahn oder unter der Brücke. Auch wenn vielleicht selbst verschuldet. Dennoch… ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf diesen kleinen Personenkreis würde eine Wohlstandsarmutdebatte wie sie im großen Stil von BILD und BZ geführt wird nicht aufkeimen lassen. Denn eigentlich geht es uns allen doch relativ gut. Und da hat das Wort relativ eine ehrliche Bedeutung.
RSS Einträge
