Bereits zum dritten Mal melde ich mich nun mehr zum Thema Globus und den nun anstehenden Bürgerentscheid am 21. März 2010 [diesen Sonntag].
Wie ihr bereits erfahren konntet, hatte ich am Mittwoch Herrn Klemm getroffen. Neu für euch dürfte sein, das auch Herr Hofmann Sprecher für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr der Fraktion Die Linken im BVV Lichtenberg, zur Zeit ruhend teilgenommen hat.

Anders als der generelle Standpunkt der Lichtenberger Bürgermeisterin, spricht er sich klar für den Bau des Globus Baumarktes aus.
Das er aus diesen Grund sein Amt ruhen lässt, finde ich durchaus positiv.

An den besagten Tag, haben wir uns um 16 Uhr getroffen und haben das Gelände an der Landsberger Allee 360 begangen. Dabei legten mir Herr Klemm und Herr Hofmann nochmals Ihre Sicht auf das Unternehmen Globus nahe und verdeutlichten mir diverse Vorteile eines solchen Globus SB-Marktes und Lebensmittelmarkt.
Dabei erwähnten sie, wie so oft das bereits getan wurde, die “Vorteile” welche für einen Globusmarkt sprechen. Es handelte sich dabei im wesentlichen um die Punkte des sozialen Engagement für die Mitarbeiter (direkte Beteiligung am Unternehmen) und für die Vorteile des Konsumenten (frische Lebensmittel und mehr Vielfalt).
Bei beiden Seiten habe ich auch einige Schattenseiten entdeckt.. zwar wurde mir das Mitarbeiterbeteiligungssystem vorgestellt, jedoch trägt auch hier der Mitarbeiter wie in ALLEN Beteiligungen ein nicht erhebliches Risiko selbst Geld aufs Spiel zu setzen… das mag jeder sehen wie er möchte.

Interessant auch der Fakt das sich Globus scheinbar dafür einsetzt, dass etwa 55 neue Arbeitsplätze im Bereich der Lebensmittel Frische-Produktion entstehen sollen. Weitere 295 Stellen sollen durch Verkäufer und sonstige Mitarbeiter geschaffen werden.

Das alles sind Punkte die sicherlich für einen Standort sprechen.

Ich habe auch einen großen Einblick in die Geschichte des Grundstückes erhalten. So ist mir nun auch klar, wie es zu der im zweiten “Globus und der Bürgerentscheid”-Teil genannten Summe von 200.000.000 DM kommt. Die Greve Bau und Boden AG erwarb das Gelände 1992 und hier zu gibt es eine spezielle “Geschichte”.
Das ist auch der Grund weswegen ich die Firma des Grundstücksbesitzer von jeglicher “Geldgier” freisprechen möchte. Tatsächlich handelte es sich bei den Preis um einen vom Land Berlin geforderten Betrag, welcher einen späteren Mehrwert des Geländes vorsah und deshalb als “Berliner Lösung” abgeschlossen wurde.
Ich verstehe nun auch in einigen Teilen, wieso die Grundstückseigner nun mehr auf der Seite der Globuskette stehen. Immerhin hat man hier doch einige Abstriche und Einbüßen [Verkauf eines Teil des Grundstückes an IKEA] gegeben und diverse Abmachungen, welche währrend des Kaufs gemacht wurden, wurden insbesondere einseitig [nicht vom Grundstückseigentümer!] gebeugt bzw. gebrochen.

Das ist, soweit es der Wahrheit entspricht [leider für mich extrem schwer nachprüfbar] natürlich ein großer Schwerpunkt der Berliner Seite.

Vielleicht interessiert den Leser auch das Argument der beiden Befürworter, das ein Globus SB Markt mit einer Größe von 8400m² “nur” 5000m² Kaufland enstsprächen…. Ehrlich gesagt, glaube ich dies hier aber etwas weniger.
Zwar mag der Verkaufsraum tatsächlich dem Verkehrsraum mit 1:2 unterliegen, jedoch ist dies schwer nach zu prüfen und für mich vorzustellen, dass der Verkehrsraum tatsächlich nur Durchgangsbereiche darstellt. Die beiden Herren mögen mir diesen Punkt bitte nachsehen.

In meinen Augen stehen beide Seiten (Befürworter und Gegner) vor einem Dilema. Immerhin gibt es tatsächlich mehrere Gutachten, welche die Verträglichkeit für das Gebiet rund um den Standort an der Landsberger Allee in Augenschein genommen haben.

Dabei stellte das Gutachten von Bezirklicher Seite fest, das eine Fläche von 3500m² vollkommen ausreichend wäre und die Existenz der angrenzenden Läden nicht gefährend würde. Existenzgefährdung liegt bei Rechtssprechung Deutscher Gerichte bei etwa 10% Umsatzrückgang beim EH (Einzelhändler).
Desweiteren gibt es ein Gutachten, welches vom Grundstücksverwalter und Globus in Auftrag gegeben wurde. Demnach liegt die Verträglichkeit für das Gebiet rund um den Standort bei 10.000m². Ein weiteres drittes Gutachten kann für beide Seiten nicht akzeptabel sein, da dieses aussagt, dass keine der beiden Seiten Recht haben kann. Stichwort… keine Großprojekte erwünscht.

Nun kann man also beide Seiten verstehen, warum die eine Seite sagt, dass sie im Recht ist.
Für mich steht hier demnach aber nicht zur Debatte ob nun 3500m² oder 10.000m² zu viel wären.
Nein, beide Themen gehen doch am eigentlichen Anliegen vorbei. Selbst wenn es bei der goldenen Mitte liegen würde, so wäre doch die Vielfalt, welche von zB. vielen unterschiedlichen und vorallem kleineren Läden zu erwarten wäre, wesentlich Vorteilhafter und Interessanter für die Entwicklung rund um das Gebiet Landsberger Allee.

Das man das ganze Verfahren hätte abkürzen können, erklärte mir auch Herr Klemm und möchte da auf die Pläne hinweisen, dass es hier einmal komplett andere Bestrebungen gab, nämlich eher ein Erlebnisscenter mit Freizeit und Fachmärkten zu integrieren. Das dies von Seiten Berlins oder des Bezirks nicht in Frage kam, ist in soweit schon schade.

Beide Seiten haben in meinen Augen vorallem ein großes Problem:

Sie sprechen sich gar nicht oder nur sehr geringfügig ab!
Es kann zum Beispiel nicht sein, dass es keine Einladungen an die Grundstückseigner und Globusführung gab, um an eventuellen Bürgerversammlungen oder Runden Tischen aufzutreten. Widerrum ist es für mich unverständlich warum diverse Bezirkspolitiker und Entscheidende Stellen nicht oder nur geringfügig den Einladungen der Grundstückseigner und Globus gefolgt sind um die Halle oder das Grundstück genauer unter die Lupe zu nehmen [beides Aussagen von meinem Gesprächspartnern am Mittwoch].

Das mögliche Alternativen (welche die Befürworter anscheinend aufgeboten haben) bis heute kaum oder gar nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind , ist verwunerlich und traurig zu gleich. Hier hätte aber auch die Grundstücksfirma offensiver auftreten müssen.

Ich kann aber auch nicht ganz ablassen von den Gedanken das die Informationen welche ich da am Mittwoch erhalten habe, etwas sehr einseitig waren.

Das zum Beispiel die Kosten für die Wiederinstandsetzung der Halle für eine erneute Wiederverwendung sehr hoch sind, dürfte klar sein. Das muss es aber schon beim Kauf gewesen sein. Immerhin ist die Halle nicht gerade dem Zweck entsprechend.
Das hier eine Menge gemacht werden muss, davon konnte ich mir bei einer zusätzlichen Begehung der Halle ein Bild machen.

Weiterhin sind für mich kritische Fragen an meine beiden Gesprächspartner offen geblieben:

1. Wenn, wie Sie sagen, der Schwerpunkt eher auf die PKW anreisenden Kunden liegt, warum sollten dann die Anwohner in der WS “Weiße Taube” ein Interesse an diesen Markt haben?
2. Ist für mich immer noch nach wie vor fraglich, in wie weit der Text für das Bürgerbegehren nicht von den Initiatoren selbst verfasst wurde?  Immerhin ist das in einer Demokratie schlecht vorstellbar.
3. Was sind die genauen Alternativen für den Bebauungsplan 11-43? Immerhin handelt es sich dabei ja nicht nur um das Gelände, auf dem Globus stehen soll, sondern auch um das alte Wasserwerk.

4. Leider sind für mich die aufgezählten Argumente mit dem Verhältnis Verkaufs- und Verkehrsfläche keine wirklichen Überzeugenden Argumente. Auch das Soziale Engagement [dem in allen Ehren] kann darüber nicht wegtrösten.

Für mich steht weiterhin fest, dass wenn der Globus SB Markt entsteht, viele Einzelhändler (egal ob sie nun ihre Wurst aus der eigenen Schlachterei oder einem Fremdproduzenten beziehen) am Erfolg zu knabbern haben. Der Bezirk ist schon Ausgabenschwach genug und wenn nun auch noch eine solch geballte Konkurrenz auftritt und durch Preiskampf kräftig an der Preisschraube zieht [was nicht ausbleiben wird], so sind die kleineren EHs am Ende die Leidtragenden, auch wenn Umsatzeinbrüche von 60% schon sehr an den Haaren herbei gezogen sind.

Das hier eine Entscheidung per Bürgerentscheid herbei gezogen werden soll, ist für mich im Moment unklarer als Vorher und entspricht im Grunde genommen nicht den Regeln der Kunst.

Ich würde es jetzt verstehen, wenn Grundstückseigner und Globus sofort vor Gericht gegangen wären, aber so versucht man hier [wahrscheinlich aber auch auf beiden Seiten!] das ganze über den Bürger ausspielen zu lassen.

Ich kann momentan nur empfehlen alle Informationen, die bisher jemals in die Öffentlichkeit gelangt sind, genaustens zu hinterfragen und zu überprüfen.

Ich für meinen Teil habe von Herrn Hofmann und Herrn Klemm eine Menge Informationen erhalten, welche einige interessante Punkte bereit halten. Jedoch muss ich hier, wie so oft im ganzen Text, betonen, das es sich eben “nur” um Infos handelt, welche nicht gerade zum Nachteil des Auftraggebers verlaufen. Das ist auch Verständlich… erst recht, wenn man nur eine Seite hier zu angehört hat.

Ich werde mir die Unterlagen in den nächsten Tagen, auch nach dem Bürgerbegehren näher anschauen und weiterhin in die Materie einlesen.

Sobald ich zu einer Abschließenden Meinung gekommen bin, werde ich euch das an geeigneter Stelle mitteilen.

Um meine Informationen zu vervollständigen, werde ich auch die im Bezirk Verantwortlichen Stellen befragen, um so mein Bild zu vervollständigen.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich hingegen immer weniger eine klare Position zum Thema beziehen. Auch wenn ich noch eher zum Nein tendiere, so werde ich, auch wenn es mir wirklich extrem schwer fällt, am Sonntag nicht am Bürgerbegehren teilnehmen und meine Stimme enthalten, da es wirklich extrem schwer ist, jeden Schritt innerhalb von 2 Tagen (solang habe ich die Dokumente) nach zu vollziehen.

Ich empfehle das im übrigen Jedem, der der Meinung entspricht, dass er wohl zu wenige Informationen erhalten hat. Hier sind beide Seiten, meiner Meinung nach gleich in Verantwortung zu ziehen.

Ich möchte mich an dieser Stelle jedoch bei Herrn Klemm und Herrn Hofmann bedanken, welche mir als Blogger die vllt. einmalige Chance gegeben haben, Fakten genauer zu beleuchten und andere Standpunkte im direkten und persönlichen Gespräch kennen zu lernen.

Ich werde weiterhin mit Herrn Klemm und Herrn Hofmann in Kontakt bleiben, um weitere Informationen zum Projekt in Erfahrung bringen zu können und sie über meinen Stand der “Ermittlungen” informieren zu können.

Achtung! Der Text wurde nach besten Wissen und Gewissen niedergeschrieben! Sollten dennoch irgendwelche groben “auf Fakten basierende Fehlinformationen” beinhaltet sein, so kontaktiere man mich am besten SOFORT über das Kontaktformular, ich werde die Informationen dann unter Umständen korrigieren.

Ich freue mich natürlich auch auf interessante Kommentare !!!

Das Gespräch und der Rundgang nahmen 1,5 Stunden in Anspruch.

Bilder :

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Landsberger Allee 360

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Auf dem Gelände der Landsberger Allee 360

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Die Große Halle für Globus ? 1

Globus-005-300x225 in [Nachgefragt] Globus und der Bürgerentscheid Teil 3Die Halle vom Nahen…

Globus-007-300x225 in [Nachgefragt] Globus und der Bürgerentscheid Teil 3

An der Halle auf dem Gelände... Blick in Richtung baldiges IKEA

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